TSV Hitzacker feiert 150-Jahr-Jubiläum

Ein großer Geburtstag findet in gebührendem Rahmen und schmuckvoll statt. Mit Stil, Stimmung, Sport und ebensoviel Spaß hat die Turn- und Sportvereinigung (TSV) Hitzacker unter der Regie ihres Vorsitzenden René Kern an diesem Wochenende ihr 150-Jahr-Jubliäum gefeiert.
Auf den Festkommers am Freitag im Hotel Waldfrieden mit vielen Ehrungen und Auszeichnungen sowie würdigenden Festreden ließ der drittgrößte Lüchow-Dannenberger Sportverein tags darauf ein kurzweiliges Spiel ohne Grenzen für jedermann folgen, ehe abends in Hitzacker ausgelassen im Verdo weiter gefeiert wurde.Beim Festkommers durften sich viele Trainer, Übungsleiter und weitere Funktionäre der TSV Hitzacker auf Grund besonderer Leistungen oder dank ihres großen Engagements über Ehrungen seitens ihres Vereins oder von Verbänden freuen. Die von Sportwart Heinz Dallmann vorbereitete Ehrungsliste war groß. Ein Name war darauf aber nicht zu finden -seiner. Denn Lüchow-Dannenbergs Kreissportbund-Vorsitzender und Turnkreis-Leiter Hans-Jürgen Bosselmann aus Gartow, der zudem als Vertreter des Landessportbundes (LSB) und des Niedersächsischen Turnerbundes (NTB) am Festkommers teilnahm, überraschte Heinz Dallmann mit der silbernen Ehrennadel des Landessportbundes. »Das ist die höchste Auszeichnung des Abends», lobte Bosselmann den 77-jährigen TSV-Funktionär, der auch Mitglieder- und Beitragswart der TSV ist und dem Elbestadtclub seit 38 Jahren die Treue hält, für seine hervorragenden Verdienste. Neben Dallmann wurden vier der fünf weiteren TSV-Vorstandsmitglieder ausgezeichnet. René Kern, seit 2007 Vorsitzender, bekam von seinem Stellvertreter Markus Demmer ebenso wie Beisitzerin Andrea Braunschweig die goldene TSV-Eh- rennadel. Schatzmeister Klaus Riecke erhielt die silberne Ehrennadel des Kreissportbundes (KSB), und die goldene Ehrennadel des hiesigen Sportdachverbandes ließ sich Beisitzer Bernd Bandmann, der für die EDV-Mitgliederverwaltung zuständig ist und seit knapp 60 Jahren der TSV angehört, ans Revers heften. Die goldene Ehrennadel des Vereins gab es zu-dem für Turnerin Elke Schneeberg. Dietrich Brauer, der in der Prellballsparte sowie im Vorstand viel Arbeit geleistet hat und bereits mit Gold bedacht worden ist, nahm die TSV-Ehrenurkunde in Empfang.
Es gab auch viele Auszeichnungen hiesiger und überregionaler Sportverbände. Mit KSB-Silber wurden die seit Langem in ihrer Abteilung engagierten Fußballer Torsten Dallmann und Holger Rusdorf bedacht, und über die KSB-Goldnadel freute sich Barbarina Dallmann, »die Turner-Mutter» der TSV Hitz-acker, wie Bosselmann sie als Turnkreis-Boss liebevoll umschrieb. Der Kreisfußballverband (KFV), vertreten durch den Vorsitzenden Karl-Hermann Ahlers und den Jugendausschuss-Vorsitzenden Peter Peitz, hatten für den früheren Fußballer Dieter Lorenscheit KFV-Silber sowie für Jugend-Coach Jan Büchel das bronzene Jugendleiter-Ehrenabzeichen des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) parat. Mädchen-Trainerin Martina Krull, die am Freitag erkrankt fehlte, bekommt das NFV-Jugendabzeichen in Silber nachgereicht.
Weil sie sich unter anderem als Übungsleiterinnen sehr für das Turnen engagieren, wurden Karin Recht, die seit 1962 in der TSV Sport treibt, Karin Klaucke und Silke Meyer-Brehm mit dem bronzenen Ehrenabzeichen des Deutschen Turnerbundes geehrt. Turngefährtin Doris Kopp erhielt die Kreisehrennadel des Turnkreises. Seit Jahrzehnten als einstige und aktuelle Trainerinnen, Spielerinnen oder Funktionärinnen mit der Volleyballsparte des Elbestadtvereins sind Gudrun Weiss, Hannelore Grabow und Karin Gutzeit fest verbunden. Deshalb ließ der Niedersächsische Vol-leyball-Verband sie mit der goldenen (Weiss), silbernen (Grabow) und bronzenen (Gutzeit) Ehrennadel auszeichnen. Mit dem Ehrenbrief der Handball-Region Lüneburger Heide wurden Hitzackers Bürgermeister Holger Mertins, der noch aktiv ist, sowie Thomas Welke, der zurzeit für die TSV als Schiedsrichter Spiele bis zur Männer-Landesliga leitet, gewürdigt.
Für den Behinderten-Sportverband Niedersachsen (BSN) war Heinrich Bredemeier als Vizepräsident Finanzen, nach Hitzacker gekommen, um Ehrungen für verdiente Mitglieder der Gesundheitssparte (vormals: Behindertensportabteilung) vorzunehmen. Verbands-Silber-Ehrennadeln erhielten Brigitta Flügge und Claudia Gade; Christel Wohlgemuth, die nicht am Festkommers teilnehmen konnte, wird diese Ehrung später zuteil. Über BSN-Gold strahlten zu-dem Ellen Mertins und Wilhelm Imming. Und auch das wie viele weitere Mitglieder schon mit zahlreichen Ehrungen bedachte TSV-Fecht-Urgestein Gisela Lorenz stand am Freitag im Rahmen des Kommers, dem knapp 100 Mitglieder und Ehrengäste beiwohnten, kurz und verdientermaßen im Rampenlicht: Detlev Hofmann, der Präsident des Fechtverbandes Niedersachsen, ließ es sich nicht nehmen, die rüstige Seniorin für 60 Jahre Abteilungsarbeit mit einem Buchpräsent (»100 Jahre Fechten in Deutschland») und einem Blumenstrauß zu danken.

Festkommers der TSV Hitzacker: Viel Lob von den Ehrengästen
Beim Festkommers anlässlich des 150-jährigen Geburtstages der Turn- und Sportvereinigung (TSV) Hitzacker am Freitag im Hotel Waldfrieden haben die Vereinsverantwortlichen sowie die etlichen weiteren Übungsleiter, Trainer und Funktionäre viel Lob erhalten. Zudem ließ es sich Lüchow-Dannenbergs Kreissportbund- und Turn-Kreisvorsitzender Hans-Jürgen Bosselmann nicht nehmen, die Festrede zu halten.
Dabei brachte er den knapp 100 Ehrengästen und Mitgliedern den Werdegang von Turn-Vater Friedrich Ludwig Jahn näher.
Humorvoll und kurzweilig schilderte Bosselmann, wie der 1778 in Lanz auf der anderen Seite des Elbe-Ufers bei Schnackenburg geborene Jahn auf die Idee des Turnens kam. Als glühender Patriot habe Jahn in der Göhrde-Schlacht 1813 gegen Napoleons Truppen ge-kämpft und bereits zu dieser Zeit auf der Hasenheide in Berlin mit Schülern sich bei Leibesübungen ertüchtigt. »Diese Aktivitäten gelten als die Geburtsstunde des Sports», erklärte Bosselmann. Jahn habe sie als »Turnen» bezeichnet». Aber erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg die Zahl der Sportvereinsgründungen rapide an. Mittlerweile sind im Deutschen Olympischen Sport-Bund knapp 91000 Vereine organisiert. Dass die TSV in diesem Jahr das große Jubiläum feiern könne, das liege auch an ih- ren begeisterungsfähigen Vorturnern, lobte Bosselmann die vielen Vereinsfunktionäre. Zuvor hatten drei Ehrengäste aus der Politik bei ihren Gruß-worten am Festabend, der von den Vorführungen der TSV-Judokas und der TSV-Jazz-Dance-Gruppe sowie des Shanty-Chors »Die Jeetzelstaker» stimmungsvoll umrahmt wurde, die Bedeutung der TSV Hitzacker im Speziellen und des Sports im All- gemeinen hervorgehoben. Clau- dius Teske, der erste Kreisrat, überbrachte für die Kreisverwaltung unter anderem ein Dankeschön an die Funktionäre der TSV. »Ich habe großen Respekt vor diesem Verein. Das Vereinsleben steht und fällt mit den Übungsleitern. Sie übernehmen einen wichtigen sozialen, kulturellen und sportlichen Beitrag.»
Dass er seit mehr als 50 Jahren mit dem Verein eng verbunden ist, machte Christian Zühlke, einer der stellvertretenden Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue, deutlich. Bei fast 1000 Mitgliedern seien über 20 Prozent der Einwohner Hitzackers im Verein organisiert. »Ein stolzer Wert für einen Sportverein», betonte Zühlke, der den Grund darin in der Vielfalt und Beständigkeit des Spartenangebotes, in der Palette vom Breiten- bis zum Leistungssport, im großen Engagement aller Ehrenamtlichen sowie im harmonischen Zusammenspiel aller Abteilungen sehe. »Die TSV Hitzacker genießt hohes Ansehen in allen Bevölkerungsschichten und ist somit ein prägendes gesellschaftliches Element dieser Stadt. Deshalb stehen Politik und Verwaltung in der Verantwortung, die TSV tatkräftig zu stützen und zu fördern», betonte Zühlke, der in der Elbestadt lebt.
Ähnlich hatte Hitzackers Bürgermeister und TSV-Handballer Holger Mertins die Gäste auf den Abend eingestimmt. »Herzlich willkommen in der Sport-und Reiterregion, der Kultur- und Festivalstadt, dem staatlich anerkannten Kneipp-Kurort an der Elbe und im Unesco-Bio-sphärenreservat Niedersäch- sische Elbtalaue», drückte Mertins die Vielfalt Hitzackers aus. Mittendrin die TSV, die die Lebensqualität fördere und einen überaus wertvollen Beitrag für die Bürgerinnen und Bürger und insbesondere für die Jugend leis-te. Denn der Sport sei heute mehr denn je ein wichtiger Bestandteil des Gemeinschafts- lebens.
Bei der Eröffnung blickte Vor-sitzender René Kern in Reimform kurz auf den Werdegang (EJZ berichtete) des drittgrößten hiesigen Vereins zurück. »Die Geschichte der letzten 150 Jahre hat uns gezeigt, dass die Menschen im Verein Herausforderungen annehmen, so dass sich die TSV niemals in die falsche Richtung neigt», befinde sich der Verein auf dem richtigen Kurs.

 

Gelungene Sportschau der TSV Hitzacker zur 150-Jahr-Feier mit vier Sparten

»Jeder fünfte Hitzackeraner ist Mitglied in der TSV», ist René Kern stolz auf die sportlich aktive Elbestadt. Der Vorsitzende weiß aber auch um die Tendenz in puncto Mitgliederzahl: »Sie liegt derzeit bei etwa 1000 und ist leicht fallend.

Und deshalb werben wir um Nachwuchs.» Zum Beispiel mit der Sportschau am Sonnabend, einem Event aus der Veranstaltungsreihe zum 150-Jahr-Jubiläum. In der großen Sporthalle präsentierten sich die Judokas auf der Matte, der Volleyball-Nachwuchs am Netz sowie Turnerinnen und Turner im freien Hallenraum. Zeitweise bis zu 200 Gäste applaudierten der Nonstop-Show, die einen Teil der vielen Aktivitäten dieser vier Sparten zeigte. 

Insgesamt zwölf Sparten umfasst die TSV als drittgrößter Lüchow-Dannenberger Sportverein. Und am Jubiläum beteiligen sich fast alle Sparten in vielen Formen - vier nun mit der Sportschau.

Viel beachtet war am Nachmittag Schwarzgurtträger Henning Riedel, der mit einer Sechsergruppe Selbstverteidigung nach japanischer Tradition vorführte. »Niemand soll verletzt werden», beruhigte er die Eltern auf den Rängen, als die kleinen Judokas mutig über die Matten turnten und sich die Großen mit Urschrei über die Schulter warfen. »Erst nach der Pubertät, wenn die Muskeln ausgewachsen sind, üben wir das Werfen», machte der Übungsleiter deutlich. »Wer sich selbst verteidigen kann, wird selbstbewusster», animierte der 18-jährige Kjell Tilgener zum Mitmachen. Mit 40 Aktiven zählt Judo im Jubiläumsjahr zu den gut besetzten Abteilungen der TSV. »Wir brauchen Nachwuchs», war dagegen von anderen Übungsleitern zu hören. Gud-run Weiss und Silke Bauer, die die Volleyballer trainieren, haben in einem Anfängerkurs noch Platz für Schüler ab der 5. Klasse. Auch Karin Klauke bedauerte, dass nur acht Kleine beim Kinderturnen mitmachen. Sie hatten eine Tanznummer bei flotter Musik vorbereitet. Trainiert werde am Nachmittag - und da seien viele Kinder in der Ganztagsschule, wissen die Übungsleiter - das sei ein Hauptgrund, warum so wenige Kinder in der TSV aktiv sind.

Auch Silke Meyer-Brehm und Barbarina Dallmann wünschten sich Verstärkung für ihre Jazz-dance- und Gymnastikgruppen. Sie traten gemeinsam aufs Sporthallenparkett und ernteten großen Applaus für ihre tänzerischen Vorführungen. Mit dabei waren Aktive der Abteilung für Gesundheitssport, die sich mit gezieltem Training für Wirbelsäule, Muskeln und Herz fit halten. »Wir treten nicht in den Wettkampf, wir bieten jedem die Möglichkeit, sich im Rahmen seiner körperlichen Verfassung sportlich zu betätigen», machte Manfred Wessel als Vorsitzender der Gesundheitssport-Abteilung aufmerksam. Von den gut 100 Beitragszahlern würden 75 Aktive in den fünf Sparten trainieren, die von Jutta Mante, Wilhelm Imming und Ellen Mertins geleitet werden.

»Natürlich freuen wir uns über jeden Beitragszahler, aber mehr noch über Aktive», führte Kern das Thema weiter. Er ahnt, warum Sport im Verein für viele nicht mehr so attraktiv ist: »Erwachsene trainieren allein oder in Fitnessstudios, Kinder sind in den Ganztagsschulen zeitlich eingebunden.» Mit neuen Angeboten wie Qi Gong und mit Kooperationen im Ganztagsschulbetrieb will der Vorstand den TSV wieder mehr ins Gespräch bringen. Auch das weitere Jubiläumsprogramm der TSV mit dem Badminton-Turnier und das »Spiel ohne Grenzen» noch im September oder dem Kreisfrauentag unter dem Motto »Turnen in Hitzacker» und der Fecht-Bezirksmeisterschaft im Oktober sollen dazu beitragen. Und wer im Jubiläumsjahr hinsieht, kann eine rege TSV-Familie sehen, die sich und Gäste in diesem Halbjahr durch ihre Sparten immer wieder mit Aktionen und Festen rund um die 150-Jahr-Feier selbst beschenkt.

   
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